Frühjahrstagundnachtgleiche, Frühlingsfest, Ostara (germ.):
Ostara ist das Fest der gleichnamigen germanischen Frühlingsgöttin. Es wird zur Zeit der Tagundnachtgleiche begangen. Von nun an sind die Tage wieder länger als die Nächte, das Licht hat über das Dunkel gesiegt. Das Leben kehrt zurück, das erste Grün zeigt sich, Tiere werden geboren. Die Göttin Ostara steigt im Osten aus dem Meer auf.
Die Attribute der Ostara, die Birke und der Marienkäfer,
vor allem aber das Ei und der Hase als Fruchtbarkeitssymbole, sind Bestandteil des Osterfestes.
Das mit dem Osterhasen ist ein recht junger Brauch:
Er entstand im 17. Jh. in der Pfalz, dem Elsaß und am Oberrhein.
Sein Bild wurde auf das Osterbrot geprägt. In dieses war ein Ei eingebacken - somit enstand die Idee, daß der Hase die Eier bringt.
In der christlichen Tradition steht das Osterei als Sinnbild der Auferstehung und des Lebens. Im Mittelalter waren Eier eine Zahlungseinheit für Pacht, die die Grundherren als Gegenleistung für verpachtetes Land erhielten. Ostern war der Zahlungstermin. Es durften in der christlichen vorösterlichen Fastenzeit keine Eier gegessen werden. Deshalb kochte man sie hart, färbte sie, um sie beim Osterfest später von den frischen unterscheiden zu können.
Der Elemente der Fruchtbarkeit sind heute noch wesentlich präsenter als die christliche Umdeutung des Festes: die Kirche feierte an Stelle des Erwachens der Natur die Auferstehung Jesu, der als Licht die Finsternis erhellt. Dazu verlegte sie das Fest auf den Sonntag nach Vollmond.
Ein Brauch aus germanischer Zeit, der sich bis in die heutige Zeit erhalten hat, ist das Entzünden der Osterfeuer auf den Hügeln. Der weithin sichtbare Schein des Feuers sollte den Äckern Segen und Schutz geben. Die Asche der Feuer wurde hernach auf die Äcker verteilt. Mit dem Frühjahrsfeuer wollte man zudem den Winter vertreiben und die Sonne begrüßen. Auch Umzüge zur Weihe der Felder sind überliefert. Dabei durften keine Waffen getragen werden, da es doch um das Hervorbringen neuen Lebens ging. Ein Widerschein dieser Tradition ist heute in den Friedensmärschen zu Ostern auszumachen.
In Vergessenheit ist jedoch der Ritus des Osterwassers geraten, er hatte ebenfalls seinen Ursprung bei den Germanen und galt wiederum als Zeichen des Lebens und der Fruchtbarkeit. Etwa ab dem 2. Jh. übernahmen die Christen dies. Das Osterwasser muß in der Nacht von Samstag auf Ostersonntag aus einem Bach geschöpft und schweigend heim getragen werden. Es soll das ganze Jahr über Krankheiten heilen sowie Jugend und Schönheit herbei führen.
Die Frühjahrstagundnachtgleiche markiert in der persischen Tradition übrigens den Jahresbeginn, der mit dem Nouruz-Fest gefeiert wird, welches bereits die Zoroastrier begingen.
Ostara - eine germanische Göttin? Ein Aufsatz von Kurt Oertel, erschienen in der Eldaring-Bibliothek. Eine überarbeitete Version ist nachzulesen auf WurzelWerk.at.