Schnitterfest, Lughnasad (kelt.), Erntedank ()

Dieses Fest ist eigentlich ein beweglicher Feiertag am 8. Vollmond des Jahres, der jedoch zumeist am 1. August begangen wird. Er markiert den Beginn der Ernte und ist das erste von drei Erntefesten. Zu diesem Zeitpunkt sind die Getreidevorräte des Vorjahres aufgebraucht, die neue Ernte wird sehnlich erwartet. Am Schnitterfest wurde rituell Brot aus den ersten Getreidekörnern gebacken, es wurden auch Opfer dargebracht, um die Götter um eine günstige Ernte zu bitten. Menschen- oder Tieropfer wurden in späterer Zeit durch Puppen aus Getreidestroh und Brote in Tierform ersetzt.

Die meisten Erntefeste feiert man nach dem Ende der Saison im Herbst. In England gab es jedoch ein Fest der ersten Ernte. Man buk Brot vom ersten Getreide und aß es bei Dankandachten. Dieses Fest fiel auf den 1. August und hieß Lammas. Lammas hatte sich aus der Feierlichkeit "Messe des Laibes" entwickelt. Noch älter ist das keltische Fest "Lugh". In der keltischen Mythologie war der "Leuchtende" ein hervorragender Krieger, ein Hexer und ein Meister des Handwerks und der Künste. Die Kombination verschaffte ihm hohes Ansehen bei den Göttern. Wegen seiner Verbindung zu Licht und Sonne feierte man ihn jährlich am 1. August. Während die Traditionen der Feste zur Quartalsmitte im Herbst, Winter und Frühjahr bis heute ihre Spuren hinterlassen haben, ist der des Sommers verschwunden. Lugh und die Feierlichkeiten des Lammas sind weitgehend Geschichte.

Anders als bei den meisten heidnischen Feiertagen wurde das Schnitterfest nicht mit dem Fest eines Heiligen belegt. Die Kirche interpretierte es als den Tag von Luzifers Sturz in die Hölle, und so galt der Tag als Unglückstag, mit dem zahlreicher Aberglaube verbunden wurde.

Beitrag des Deutschlandfunks: "Sternzeit", zu Lammas.

Letzte Änderung: 26.12.2008