Wintersonnenwende, Julfest (germ.)
In der tiefsten Winternacht wird die Wiedergeburt der Sonne gefeiert. Zu genauen astronomischen Bestimmung dieses Zeitpunkts gab es schon in frühester Zeit Observatorien, wie etwa das 7000 Jahre alte Sonnenobservatorium von Goseck. Die genaue Bestimmung der Sonnenwende war wichtig, da sich davon der Zeitpunkt für die Saatausbringung ableiten ließ.
Das germanische Julfest dauerte 12 Nächte (die Rauhnächte), von der Wintersonnenwende bis zum Beginn des germanischen Jahres. Jul bedeutet im Nordischen „Rad des Lebens” - das Jahresrad beginnt sich von von neuem zu drehen. Große Sonnwendfeuer zeigten die Wiederkehr des Lichtes an. Außerdem wurde das Herdfeuer, das sonst nie ausgehen durfte, zu Jul gelöscht und wieder neu entzündet. Der heutige Weihnachtsbaum hat seinen Ursprung im Julbaum, einem immergrünen Baum, der allerdings nicht abgehauen und ins Haus geholt, sondern an seinem Standort mit Strohsternen geschmückt wurde.
Seit dem 3. Jahrhundert feierte man in Rom am 25. Dezember den Geburtstag des Sol Invictus, der unbesiegbaren Sonne. Die Kirche, die ursprünglich den Geburtstag Christi gar nicht feierte, sah sich genötigt, den Geburtstag ihres Erlösers auf den gleichen Tag zu legen, um dem konkurrierenden heidnischen Kult Einhalt zu gebieten.


