|
Sanikel
Doldenblütler (Apiaceae)
Sanicula europaea
Volksnamen: Bauchwehkraut, Heil aller Schäden, Bruchkraut
Engl.: Sanicle
Das gewöhnliche Sanikel ist ein bis zu 60 cm hoher Doldenblütler mit Kriechrhizom, welcher in Europa, hauptsächlich in Buchenwäldern auf kalkreichen Böden, vorkommt. Das Sanikel ist zwar ein in Vergessenheit geratenes Heilkraut, aber in seinem einheimischen Bestand nicht gefährdet.
Die unscheinbare weiße Blüte des ausdauernden Heilkrautes erstreckt sich von Mai bis Juni. Auffälliger sind die glatten ledrigen Grundblätter und später die aus den Blütenständen reifenden Früchte mit hakenförmigen Borsten. Sicheres Erkennungszeichen ist der bittere Geschmack der Blätter, die später scharf schmecken.
Das Kraut wird während der Blütezeit gesammelt, die Wurzel typischerweise im Frühjahr und Herbst. Die Blüten kamen früher in den sogenannten „Schweizertee“.
Der Name der Pflanze leitet sich vom lateinischen sanus (gesund) ab. Schon im Mittelalter hieß es: „Sanikel heilt das Fleisch im Topf zusammen“. Außerdem wurde die Sanikelwurz als Talisman in der Tasche getragen, um Verletzungen vorzubeugen.
Kaukasischer Beinwell (Komfrey -
Symphytum x uplandicum)
In der Volksheilkunde wird ein Aufguss der Blätter zur Behandlung bei entzündlichen Erkrankungen der Atemwege bzw. als Wundheilmittel verwendet. Verantwortlich dafür ist das enthaltene Allantoin, das ebenfalls den Beinwell für Wundheilungen prädestiniert. Der Heilstoff Allantoin bewirkt überdies das Zusammenwachsen von Knochen, weshalb Beinwellumschläge früher bei Knochenbrüchen das Mittel der Wahl waren.
Hierzu zwei aktuelle Erlebnisberichte aus dem Allgäu:
„Der Sanikel heilt die Wunde von innen heraus, der Eiter verzieht sich, der Schorf wird weich und biegsam.“
„Zuerst habe ich gedacht: So ein Humbug“, sagt Steffen G.. Bei einem Arbeitsunfall wurden ihm mehrere Finger gequetscht, ein Teil des kleinen Fingers mußte amputiert werden. Die übrigen Finger heilten nicht zu und wurden schwarz. Die Ärzte standen kurz davor, zwei weitere Finger zu amputieren, als Herr Steffen G. Salbe und Bäder mit dem Sanikel ausprobierte. „Prompt nach drei Tagen war die Hand verheilt“, sagt Herr Steffen G. und betrachtet immer noch ungläubig seine (fast) intakte Hand.
An Bedeutung verloren hat der Sanikel zur Behandlung von inneren Blutungen der Lunge sowie bei Magenleiden.
Beinwell als Heilkraut ist in letzter Zeit ins Gerede gekommen, wegen der enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide, die im Tierversuch karzinogen wirken. So gesehen bietet sich mit dem Sanikel eine wertvolle Alternative, da völlig ungiftig und deshalb uneingeschränkt anwendbar.
Rezepte
Sanikelsalbe
* 1 Handvoll Sanikel
* 100 gr. Butterschmalz
1 Handvoll Sanikel langsam (ca. 10 Minuten) in Butterschmalz auslassen
(darauf achten, daß der Sanikel nicht verbrennt.
Er sollte knusprig sein). Danach abziehen und in ein Glas umfüllen.
Im Glas auskühlen lassen und warten, bis die Masse fest wird.
Letzte Änderung: 28.12.2011